Academic Coach

Ihr Vertrauter im Studium

Er schafft Orientierung – sowohl privat als auch beruflich – und das macht ihn zum wichtigsten Bestandteil der eufom Betreuung. Die Rede ist vom Academic Coach. Einer dieser Academic Coaches ist Wirtschaftspsychologe und Dozent Moritz Keil. Im Interview gewährt er Einblicke in seine Arbeit.

 

Interview

Moritz Keil
Academic Coach an der eufom
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Interview

„Was willst du machen? Was genau ist dein Ziel?“

Vom Beginn bis zum Abschluss des Studiums haben Sie als eufom Studierender einen persönlichen Academic Coach als Mentor und Vertrauensdozenten an Ihrer Seite. Er unterstützt Sie in vielerlei Hinsicht dabei, das Studium zu bewältigen. Und er ist Ihr erster Ansprechpartner, wenn es um Ihre Kompetenzentwicklung geht. Mit ihm zusammen formulieren Sie Ihre individuellen Kompetenz-Ziele. In regelmäßigen Abständen gibt er Feedback zu Ihrer Entwicklung, Ihren Stärken und Schwächen. Darüber hinaus hilft er Ihnen dabei, den Unterricht kontinuierlich vor- und nachzubereiten und ist auch beratend an Ihrer Seite, wenn Sie vor persönlichen Herausforderungen stehen, die Ihr Studium beeinträchtigen.

Herr Keil, Sie arbeiten neben Ihrer Tätigkeit als Dozent für Wirtschaftspsychologie auch als Academic Coach bei der eufom. Was ist da Ihre Aufgabe?

Keil: In dieser Funktion leiste ich ungefähr zur einen Hälfte persönliche Hilfestellung und zur anderen Hälfte kümmere ich mich um die berufliche Beratung. Das beinhaltet auch, die Studierenden in ihrer Selbstreflexion zu unterstützen, sie hinsichtlich der geeigneten Lernstrategie zu beraten, und natürlich die konkrete Unterstützung beim Kompetenzerwerb.

Sie sprachen von persönlicher Hilfestellung. Vor welchen Herausforderungen stehen die Studierenden?

Keil: Der Leistungsanspruch, den viele Studierende an sich selbst haben, ist sehr hoch. Hinzu kommt eine relativ weit verbreitete Orientierungslosigkeit. Durch meine Arbeit versuche ich, diesen Druck zu mindern, beispielsweise durch eine Verknüpfung der verschiedenen Lebensbereiche der Studierenden.

Woran liegt das?

Keil: Der Kern des Drucks ist eine überhöhte Vorstellung darüber, was von einem gefordert wird. Viele denken: „Die Welt da draußen wartet nicht auf mich. Ich muss die oder der Beste sein, um bestehen zu können.“ Was die mangelnde Orientierung angeht: Es war für Abiturienten schon immer schwer, sich während der Abschlusszeit Gedanken über die berufliche Zukunft zu machen. Durch die verkürzte Schulzeit fehlt jetzt aber noch ein Jahr. Zudem werden junge Menschen heute durch das Internet mit einer Flut von Informationen über ihre Möglichkeiten und auch über die Erwartungen an sie konfrontiert. Sie bekommen nicht zu wenig, sondern zu viel ungefilterten Input.

Wie können Sie an dieser Stelle helfen?

Keil: Als Academic Coach begleite ich die Studierenden über das gesamte Studium hinweg. Zwei wichtige Fragen, die ich in der Zusammenarbeit mit den Studierenden immer wieder angehe, sind: „Was willst du machen? Was genau ist dein Ziel?“ Dazu gehört auch, sich zunächst an die Werte des Einzelnen heranzutasten.

Warum ist das ein Problem?

Keil: Viele fordern sich hohe Leistungen ab, machen sich aber wenig Gedanken darüber, wo das letztlich hinführen soll. Die Folge ist zielloses Lernen und Arbeiten. Viele haben das Problem erkannt und fragen mich dann: „Wie komme ich davon weg, zu viel Zeit in überhöhte Leistungsansprüche zu investieren?“ Indem wir uns darüber unterhalten, welche Werte für die Studierenden relevant sind, können wir Ziele formulieren und dann darauf hinarbeiten.

Was meinen Sie, wenn Sie von Werten sprechen?

Keil: Na ja, haben Sie beispielsweise jemanden vor sich, der sehr an seine Familie und seine Region gebunden ist, hat er andere Berufsziele als jemand, der eine Managementposition in einem japanischen Konzern bekleiden möchte und dem 60-Stunden-Wochen nichts ausmachen. Solch unterschiedliche Ansprüche können in einem Studiengang nebeneinander existieren. Dementsprechend unterschiedlich können wir in die Karriereplanung der jeweiligen Persönlichkeiten gehen.

Das hat auch etwas mit Selbstreflex­ion zu tun.

Keil: Definitiv. Wer seine Ziele kennt und einschätzen kann, wie ihn andere wahrnehmen und wie er ist, der hat einen gewaltigen Startpunkt. Dann nämlich kann er sich gezielt um seine Schwächen kümmern, anstatt ziellos zu rotieren. Gleichzeitig fällt es ihm leichter, sich auf eigene Stärken zu verlassen.

Wird Ihre Hilfe oft in Anspruch genommen?

Keil: Ja. Und das ist nicht selbstverständlich. Immerhin erfordert es Mut, sich selbst auf den Grund zu gehen. Ebenso, sich einzugestehen, dass man mit einem Problem nicht allein weiterkommt. Manchmal geht es um ganz profane Dinge wie Lernstrategien und Zeitmanagement. Wie bekomme ich alles unter einen Hut, wenn ich beispielsweise nebenher noch im elterlichen Betrieb arbeite und mich dort auch aktiv einbringen will? Auch das ist genau genommen Teil der Selbstreflexion.

Wann merken Sie, dass Ihre Arbeit etwas bewegt?

Keil: Es bewegt sich immer etwas, wenn sich Studierende mit ihren Stärken auseinandersetzen – wenn sie ihre Talente erkennen. Manchmal entwickelt sich im Studium etwas, das ursprünglich ganz anders geplant war. So habe ich beispielsweise einen Studierenden im Jahrgang, der mit dem Berufswunsch zu mir kam, Investmentbanker zu werden. Nun absolviert er an der renommierten Hochschule in St. Gallen ein Forschungspraktikum und möchte in den USA promovieren. Er gehört definitiv zu meinen besten Studierenden. Das ist eine Erfolgsgeschichte, die ohne die Auseinandersetzung mit den eigenen Wünschen und Fähigkeiten vielleicht nie geschrieben worden wäre.