Münchner eufom Absolventin gründet Start-up „SaySom“

„Echte Dynamik in digitale Interaktion bringen“

Virtuelle Treffen statt gemeinsamer Events vor Ort: Die Corona-Pandemie hat das Zusammensein von Menschen bis heute stark beeinträchtigt. Mit dem Boom klassischer digitaler Kommunikationsplattformen im vergangenen Jahr stellte die Münchner eufom Studentin Antonia Pervanidis zudem fest, dass diese sich nicht gut für größere Gruppen eignen, die kreativ werden wollen. Also gründete sie mit zwei Schulfreunden das Start-up „SaySom“ – um Menschen digital zu vernetzen und das virtuelle Zusammensein mit speziellen Features zu optimieren. „Für uns war es von Anfang an wichtig, echte Dynamik in die digitale Interaktion zu bringen, sagt Antonia.

Es war die richtige Idee zur richtigen Zeit: eine Plattform, die für kreativ Schaffende mehr bietet als „Zoom“, „Teams“ oder „Hangout“. Bei den klassischen Videokonferenz-Systemen habe sie vor allem die Chance zur dynamischen Kommunikation und Interaktion vermisst, so Antonia Pervanidis. „Jeder kennt die unangenehme Situation in Videocalls. Die Hälfte der Teilnehmer hat die Kamera aus, der Rest ist unaufmerksam. Hinzu kommt, dass ruhige und introvertierte Menschen in diesen Systemen untergehen, da meist nur zwei sprechen und alle anderen zuhören. Es findet keine teilnehmerzentrierte Gruppendynamik statt, die aber nötig ist, wenn Menschen zusammen kreativ sein sollen“, betont die 23-Jährige.

Virtuelle Räume für Speed-Dating, Roundtables und Weinbars

Gemeinsam mit ihren Schulfreunden Cornelius Carl und Jan-Niklas Dihlmann entschied die damalige Studentin und heutige Bachelor-Absolventin der eufom Business School, das Thema anzugehen und eine alternative Plattform zu entwickeln. Zu diesem Zeitpunkt befand sich Antonia in der Schlussphase ihres Wirtschaftspsychologie-Studiums und hatte bereits einen festen Arbeitsvertrag bei einem Münchner Start-up unterschrieben, wo sie zuvor als Werkstudentin tätig gewesen war. Parallel gründeten die drei Freunde das Start-up „SaySom“. Der Name stammt aus dem Englischen und deutet nicht nur auf die internationale Unternehmenssprache hin, sondern gibt auch das Motto „Sag was!“ für die virtuellen Räume vor, in denen sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbständig zusammenschließen und private Bereiche erschaffen können. Dabei sind die Teilnehmenden nicht wie üblich auf statischen Kacheln zu sehen, sondern werden als Video in kleinen runden Kreisen dargestellt. Über die Computertasten bewegen sie sich frei im virtuellen Raum, der individuell gestaltet werden kann. „Da kommen unsere Kunden auf unterschiedliche Ideen. Beliebt sind Speed-Dating-Areas und Roundtables, aber auch Sitzsäcke oder Wein-Bars“, berichtet Antonia. Zu den Nutzern von „SaySom“ zählten mittlerweile namhafte deutsche Großunternehmen, so die Gründerin. 

„Gehälter von Beginn an selbst verdient“

Während Cornelius und Jan sich um die Produktentwicklung und Strategie kümmern, ist Antonia für Marketing, Vertrieb, Kundenakquise sowie Finanzierungsrunden zuständig. „Mein Wirtschaftspsychologie-Studium hilft mir sehr bei meinen Aufgaben. Nahezu täglich kann ich das Wissen anwenden, zum Beispiel, wie man mit Kunden umgeht, wie man eine gute und transparente Kommunikation aufrechterhält, wie man Missverständnisse löst und ein Unternehmen wirtschaftlich führt“, sagt die Powerfrau. Bislang ist das gut gelungen: Das Trio gab schnell die bezahlten Jobs auf, um sich ganz der neuen Leidenschaft, dem eigenen Start-up, widmen zu können. 

„SaySom kennt keine geografischen Grenzen“

Kürzlich wurden sie ins Programm zweier Start-up-Acceleratoren aufgenommen. „Innerhalb des Programms erhält man Zugang zu Mentoren, die selbst schon Unternehmen gegründet haben und Insider-Tipps geben. Außerdem sind wir in ständigem Austausch mit anderen Start-ups aus unterschiedlichen Branchen, die auch an dem Programm teilnehmen“, schwärmt Antonia. Ab August wird es sogar noch besser aussehen für das junge Unternehmen, das mittlerweile einen Sitz im Münchner Werksviertel und einen zweiten Sitz in Stuttgart hat: Dann werden die Gehälter der drei Entrepreneure ein Jahr lang über das Gründer-Stipendium „Exist“ finanziert. So können sie sich ganz um die Weiterentwicklung der Firma kümmern, die mittlerweile vier festangestellte Mitarbeitende hat – verteilt in ganz Deutschland. „Darauf legen wir großen Wert, denn SaySom kennt keine geografischen Grenzen“, so Antonia. 

Nächster Schritt: externe Investoren

Das nächste große Thema steht bis Ende des Jahres an: die Aufnahme externer Investoren. Und auch ein Fernziel hat die schwungvolle junge Frau bereits: „Es macht so viel Spaß ein eigenes Start-up aufzubauen, dass ich mir durchaus vorstellen kann, in dieser Branche weiterzugründen“, sagt Antonia. „Unsere Vision, Menschen digital zusammenzubringen, kann sich ja in unterschiedlichen Produkten manifestieren.“

Gemeinsam mit zwei Freunden hat eufom Absolventin Antonia Pervanidis die Plattform "SaySom" ins Leben gerufen (Foto: privat)

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